ZQP-Studie: Finanzielle Ausbeutung – Risiko und Stress in der häuslichen Pflege

Finanzielle Ausbeutung und finanzieller Missbrauch im nahen Umfeld – etwa durch Diebstahl, Unterschlagung, den Missbrauch von Vollmachten oder Druck zu Geldzuwendungen – ebenso wie Betrug durch Außenstehende, beispielsweise durch Schockanrufe, Online-Betrug oder Trickdiebstahl, zählen zu den besonders folgenreichen, zugleich jedoch wenig sichtbaren Formen von Gewalt gegenüber älteren pflegebedürftigen Menschen. Eine aktuelle bundesweite Studie des ZQP – Zentrum für Qualität in der Pflege zeigt, dass viele Pflegebedürftige bei finanziellen Angelegenheiten auf Unterstützung angewiesen sind und Pflegende An- und Zugehörige dabei eine zentrale Rolle übernehmen.

Nur ein Teil der Pflegebedürftigen verfügt über einen sicheren Überblick über die eigenen Finanzen, während mehr als die Hälfte der Angehörigen regelmäßig bei Bankgeschäften und anderen finanziellen Aufgaben unterstützt. Gleichzeitig nehmen fast alle Befragten pflegebedürftige Menschen als besonders gefährdet wahr, durch Betrug oder Ausnutzung finanziell geschädigt zu werden. Diese Sorge ist besonders ausgeprägt, wenn eine Demenz vorliegt. Neben externen Bedrohungen berichten Angehörige auch von Verdachtsfällen finanziellen Missbrauchs im persönlichen Umfeld, was auf erhebliche Spannungen innerhalb von Sorgebeziehungen hinweist.

Für Pflegende An- und Zugehörige ist das Thema mit hoher Belastung verbunden. Viele befürchten, im Schadensfall selbst finanziell in Anspruch genommen zu werden, und erleben einen Zielkonflikt zwischen dem Schutz der pflegebedürftigen Person und dem Respekt vor deren finanzieller Selbstbestimmung. Bereits Verdachtsmomente können dabei emotional belastend sein und zu Konflikten führen – auch ohne nachgewiesenen Missbrauch.

Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an Prävention, Sensibilisierung und verlässlichen Unterstützungsstrukturen. Finanzielle Ausbeutung ist im häuslichen Pflegekontext nicht nur ein individuelles Risiko, sondern eine strukturelle Herausforderung, die sowohl den Schutz pflegebedürftiger Menschen als auch die Entlastung Pflegender An- und Zugehöriger erfordert.

Die Pressemitteilung zur Studie kann auf der Website des ZQP heruntergeladen werden. 

Diesen Inhalt teilen: