Unterstützungangebote im Alltag

Was sind anerkannte Unterstützungsangebote?

Angebote zur Unterstützung im Alltag, auch als Entlastungs- und Betreuungsangebote bekannt, wurden vom Gesetzgeber mit Inkrafttreten des Ersten Pflegestärkungsgesetztes (PSG I) vom 17. Dezember 2014 eingeführt. Die Unterstützungsangebote richten sich an pflegebedürftige Personen aller Pflegegrade 1 bis 5 sowie an pflegende Angehörige zu deren Entlastung. Dabei handelt es sich um folgende Angebotstypen:

Betreuungsangebote

In Nordrhein-Westfalen wurden die bundesgesetzlichen Regelungen durch das Inkrafttreten der Ankerkennungs- und Förderungsverordnung (AnFöVO) vom 1. Januar 2017 erlassen und werden von den Kreisen und kreisfreien Städten umgesetzt. Demnach können Betreuungsangebote als Gruppebetreuung mit mindestens drei pflegebedürftigen Personen oder Einzelbetreuung mit höchstens zwei pflegebedürftigen Personen angeboten werden.

Angebote zur Entlastung von Pflegenden

Angebote zur Entlastung von pflegenden Angehörigen beinhalten neben der Unterstützung im Pflegealltag und der Bewältigung der Pflegeverantwortung die Begleitung und Beratung zur Selbsthilfe sowie die Inanspruchnahme weiterer Hilfeangebote.

Angebote zur Entlastung von pflegebedürftigen Personen

Angebote zur Entlastung von pflegebedürftigen Personen können sich auf die hauswirtschaftliche Unterstützung oder auf individuelle Hilfe ausrichten, um anerkennungsfähig zu sein. Hauswirtschaftliche Unterstützung meint Leistungen, die es der pflegebedürftigen Person ermöglicht, so lange wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben. Die individuelle Hilfe stärkt und festigt vorhandene Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person (unter anderem ihre Kommunikationsfähigkeit, ihre Fähigkeit zur Wahrnehmung individueller Bedürfnisse sowie die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben). Nicht dazu zählen Dienstleistungen, die keinen Bezug zur täglichen Versorgung haben, zum Beispiel die Instandhaltung von Gebäuden und Außenanlagen.

Welche Voraussetzungen müssen Anbieterinnen und Anbieter gesetzlich erfüllen?

Die Anerkennungs- und Förderungsverordnung (AnFöVO) ist die Verordnung über die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag und Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstruktur in Nordrhein-Westfalen. Sie regelt die Anerkennung von Unterstützungsangeboten sowie die Förderung der Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen in Nordrhein-Westfalen und ist zum 1. Januar 2017 unbefristet in Kraft getreten.

Weitere Informationen:

Anerkennungs- und Förderungsverordnung (AnFöVO)

Begründung der AnFöVO

Brauche ich eine Genehmigung als Anbieterin oder Anbieter?

Bei zugelassenen Pflegeeinrichtungen wird davon ausgegangen, dass sie die Anforderungen als Anbieter erfüllen. Alle anderen Anbieterinnen und Anbieter können sich das Unterstützungsangebot bei den regionalen Anerkennungsstellen genehmigen lassen.

Die zuständigen Behörden für die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag sind nach §16 Abs. 1 AnFöVO die Kreise und kreisfreien Städte. Die Anerkennung erfolgt in schriftlicher Form.

Voraussetzungen (nach § 7 der AnFöVO):

  • Die Leistungen werden durch qualifizierte Personen erbracht
  • Die leistungserbringende Person benötigt eine fachliche Begleitung, sofern sie selbst keine Fachkraft ist
  • Es besteht ein ausreichender Versicherungsschutz für die ausgebübte Tätigkeit
  • Es besteht ein Leistungskonzept des Angebots
  • Sowohl Anbieterinnen und Anbieter als auch leistungserbringende Personen verfügen über die notwendige Zuverlässigkeit (Führungszeugnis bzw. ein erweitertes Führungszeugnis für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen etc.)

Wichtig: Eine Anerkennung als Anbieterin oder Anbieter erfolgt nur, wenn die Vergütungen und Preise im Vergleich zu zugelassenen Pflegeeinrichtungen angemessen sind. Körperbezogene Pflegemaßnahmen dürfen nicht Inhalt des Angebots sein.

Gibt es weitere Voraussetzungen, die zu erfüllen sind?

Leistungserbringende Personen, die ein Unterstützungsangebot nach § 4 AnFöVO anbieten möchten, benötigen eine fachliche Begleitung, sofern sie selbst keine Fachkraft sind. Die fachliche Unterstützung und Begleitung wird in einer Kooperationsvereinbarung zwischen leistungserbringender Person und Fachkraft geschlossen. Neben einer Fachkraft besteht außerdem die Möglichkeit, mit einem der Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz eine Kooperationsvereinbarung der fachlichen Begleitung zu schließen. Voraussetzungen hierfür sind ausreichende Ressourcen des Regionalbüros, um eine qualitätsgesicherte fachliche Begleitung gewährleisten zu können.

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