„Wer ist schwer erreichbar? Zugangswege statt Zuschreibungen: ein Leitfaden für diskriminierungskritische Forschungs- und Praxisvorhaben im Gesundheits- und Pflegewesen“ heißt der neuer Leitfaden, der im Projekt Diversity-On aus einem partizipativ-qualitativen Forschungsprozess entwickelt wurde. Statt Menschen oder Gruppen als schwer erreichbar zu markieren, richtet der Leitfaden den Blick konsequent auf Zugangswege, institutionelle Rahmenbedingungen und kommunikative Barrieren im Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen.
Aus einer diskriminierungskritischen Perspektive zeigt der Leitfaden, wie Zuschreibungen entstehen und welche ausschließenden Effekte sie entfalten können. Fachkräfte werden dazu angeregt, die eigene Haltung, Sprache und Angebotsgestaltung reflexiv zu überprüfen und stärker an den tatsächlichen Lebenslagen und Bedarfen der Adressat:innen auszurichten. Praxisnahe Hinweise betreffen unter anderem verständliche Ansprache, Kooperationen auf Augenhöhe mit Praxis- und Community-Partner:innen sowie die Bedeutung struktureller Voraussetzungen für Teilhabe.
Der Leitfaden wurde von Leman Bilgic, Hürrem Tezcan-Güntekin und Rona Bird verfasst und gemeinsam mit vielfältigen Praxispartner:innen erarbeitet. Auch über den ursprünglichen Projektkontext hinaus bietet er eine wichtige Orientierung für eine inklusivere, niedrigschwellige und diskriminierungskritische Gestaltung von Angeboten in Alter, Pflege und Demenzarbeit.
