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Tag der Pflegeberatung NRW 2026 widmete sich dem Thema Krisenerleben in der Pflegeberatung

15. Oktober 2026

Der diesjährige Tag der Pflegeberatung nahm das Thema Krisenerleben in den Fokus und lehnte sich an das Jahresthema „Krisenresilienz“ der Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz“ an. 170 Teilnehmer:innen haben sich aus ganz Nordrhein-Westfalen auf den Weg gemacht, um sich bei der alljährlich stattfindenden Tagung inhaltlich und kollegial miteinander auszutauschen. Die Veranstaltung wird jedes Jahr von der Kompetenzgruppe Pflegeberatung innerhalb der Landesinitiative der Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz organisiert und richtet sich an Pflegeberatende aus dem gesamten Bundesland.  

Dabei wurde sich dem Thema Krisenerleben aus drei Perspektiven genähert: Auf der Subjektebene der Familien lag der Fokus auf dem Erleben der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Pflegenden An- und Zugehörigen. Dazu hat Herr Prof. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück den Ansatz der „Subjektorientierten Qualitätssicherung“ vorgestellt. Die Präsentationsfolien zum Vortrag „Subjektorientierte Qualitätssicherung zur Unterstützung der häuslichen Pflege“ stehen hier zur Verfügung.

Auf der Systemebene ging es um systemische Grenzen und institutionelle Barrieren, in die Christian Heerdt, Wissenschaftlicher Leiter des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, eingeführt hat. Die Präsentationsfolien zum Vortrag „Krisen verstehen – Zukunft gestalten: Pflegeberatung zwischen strukturellen Grenzen und neuen Handlungsmöglichkeiten“ können hier eingesehen werden.

Im Anschluss daran ist durch die Referentin Dr. Silke Doppelfeld, Wissenschaftliche Mitarbeitern an der Universität Koblenz, beleuchtet werden, wie das multidimensionale Krisenerleben auch das Erleben als Pflegeberater:innen beeinflussen und Erfahrungen von Moralischem Stress begünstigen kann. Moralischer Stress lässt sich als ein Diskrepanzerleben fassen, das dann entsteht, wenn Beratende wissen, was ethisch und fachlich für die Stabilisierung eines Pflegearrangemtens geboten wäre, ihr Handlungsspielraum aber aufgrund von strukturellen und institutionellen Grenzen eingeschränkt ist. Auch die Präsentationsfolien zum Vortrag „Moralischer Stress – Handeln zwischen eigenen Werten und systemischen Grenzen“ stehen hier zur Verfügung. Über die Auseinandersetzung mit dem Konzept von Moralischem Stress haben die Organisator:innen den Versuch unternommen, sprachliche Leerstellen, die bestehen, mit Begriffen und Theorie zu füllen. 

Nach drei einführenden Vorträgen hatten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit, alle drei Themen gemeinsam mit den Referierenden noch einmal in Workshops zu vertiefen. Hier fand die Arbeit an Fallbeispielen statt und es herrschte ein reger Austausch. Außerdem beleuchten die drei Referierenden ihre unterschiedlichen Perspektiven in diesem Instagram-Reel.

Am Tag zuvor wurde der Gesetzentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz im Bundeskabinett beschlossen. Auch für die Diskussion rund um die Chancen und Risiken des Gesetzesentwurfs war ausreichend Raum.  

Welche Bedeutung die geplante Pflegebegleitung für die Pflegeberatung hat, haben wir Pflegeberaterinnen gefragt. In dem Reel auf Instagram teilen sie ihre Einschätzungen, Gedanken und Wünsche zur Zukunft der Pflegeberatung.

Neben dem Programm war Zeit für Austausch und den Besuch von Informationsständen. Die Kolleg:innen von Alzheimer NRW, dem Pflegewegweiser NRW, der Unfallkasse NRW, der Servicestelle Pflegevereinbarkeit (Begleitstruktur des Landesprogramms „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“), den Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe, der Landeskoordination Wohnberatung, der Soforthilfe Herne und den Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz haben dort ihre Arbeit präsentiert und standen für Fragen bereit. 

Für nähere Impressionen geben die folgenden Fotos Einblicke in die Vorträge, die gemeinsamen Workshopphasen und den fachlichen Austausch in Essen.