Unterstützungsangebote

Was sind Unterstützungsangebote im Alltag?

Für eine möglichst selbstständige Lebensführung in vertrauter Umgebung benötigen pflegebedürftige Menschen oft nicht nur pflegerische Leistungen, sondern auch Unterstützung im Alltag, die durch Unterstützungsangebote gegeben werden kann. Um als Pflegeperson dem Bedarf und den Bedürfnissen gerecht werden zu können, dienen die Angebote zur Unterstützung im Alltag auch zur Entlastung von Pflegepersonen bei der Versorgung Pflegebedürftiger in ihrer häuslichen Umgebung. Unterstützungsangebote sind zum Beispiel:

  • Gruppen- oder Einzelbetreuung
  • Hilfe im Haushalt
  • Begleitung zum Einkauf
  • Begleitung bei Behörden-, Arzt- oder Kirchgängen
  • Pflege von Sozialkontakten
  • Begleitung zu Kultur- und Freizeitangeboten

Kontakt und weitere Informationen:

PfAD.uia – Angebotsfinder

Wer kann die Unterstützungsangebote nutzen?

Die Unterstützungsangebote im Alltag können Menschen mit anerkanntem Pflegegrad der Stufen 1 bis 5 in Anspruch nehmen, unabhängig von ihrem Krankheitsbild – ob demenzbedingte Fähigkeitsstörungen, geistige Behinderungen, psychische Erkrankungen oder rein somatische Beschwerden. Außerdem können Versicherte Unterstützungsangebote im Alltag zur Entlastung von pflegenden Angehörigen in Anspruch nehmen. Die Kosten der Unterstützungsangebote können mittels einer Abrufleistung durch den sogenannten Entlastungsbetrag von der Pflegekasse erstattet werden.

Was ist der Entlastungsbetrag und wer kann ihn in Anspruch nehmen?

Der Entlastungsbetrag ist als möglichst unbürokratischer Zuschuss für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag gedacht. Pflegebedürftige aller Pflegegrade können den Betrag in Höhe von 125 Euro monatlich zweckgebunden zu ihrer eigenen oder zur Entlastung ihrer pflegenden Angehörigen einsetzen. Der Entlastungsbetrag kann nach Nutzung anerkannter Angebote über die Pflegekasse abgerufen werden.

Was sind erstattungsfähige Angebote?

Erstattungsfähige Angebote sind alle Angebote zur Unterstützung im Alltag die als solches anerkannt sind. Sie können sowohl im häuslichen Umfeld als auch in der Tages- und Kurzzeitpflege stattfinden. Hierzu zählen:

Betreuungsangebote

Die Betreuung Pflegebedürftiger in Gruppen – aus mindestens drei pflegebedürftigen Personen – oder in Einzelbetreuung – für höchstens zwei pflegebedürftige Personen – sind erstattungsfähige Angebote und können pflegende Angehörige entlasten.

Angebote zur Entlastung pflegender Personen (Angehörige)

Angebote mit dem Ziel, pflegende Angehörige oder vergleichsweise nahestende Personen zu entlasten, sind erstattungsfähige Angebote. Hierzu zählt die Begleitung und Unterstützung in der Bewältigung der Anforderungen des Pflegealltags. Die Angebote können außerdem eine Begleitung der Selbsthilfe darstellen und beratende Tätigkeiten bei der Suche von weiteren Hilfsangeboten bieten. Angebote zur Entlastung pflegender Personen können zum Beispiel stundenweise Betreuung des Pflegebedürftigen in der häuslichen Umgebung sein. Auch Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige oder Beratungshilfe zu spezifischen Themen können erstattungsfähige Angebote darstellen.

Angebote zur Entlastung pflegebedürftiger Personen im Haushalt

Die hauswirtschaftliche Unterstützung gilt ebenfalls als erstattungsfähiges Angebot und dient der Versorgung von Pflegebedürftigen mit zum täglichen Leben erforderichen Tätigkeiten im Haushalt. Das Angebot darf somit nur haushaltsnahe Dienstleistungen beinhalten, die zum täglichen Leben erforderlich sind.

Angebote zur Entlastung pflegebedürftiger Personen durch individuelle Hilfe im Alltag

Um pflegebedürftige Personen möglichst lange ein Leben in ihrer häuslichen Umgebung sowie gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen, bedarf es der Sträkung vorhandener Ressourcen und Fähigkeiten. Daher zählen Hilfen, wie z.B. die der Kommunikation oder zur Wahrnehmung sozialer Kontakte, Freizeitaktivitäten und Behördengänge, zu sogenannten individuellen Hilfen und gelten als erstattungsfähige Angebote.

Wer leistet die Unterstützungsangebote?

Unterstützung leisten nach Landesrecht qualifizierte Anbieterinnen und Anbieter, die von einer Fachkraft unterstützt werden, sofern sie selbst keine Fachkraft sind. Die Angebote können außerdem im Sinne der Stärkung des Ehrenamts von Menschen übernommen werden, die sich bürgerschaftlich engagieren und Pflegebedürftigen sowie pflegenden Angehörigen Zeit schenken möchten.

Im Haushalt beschäftigte Einzelkräfte

Einzelpersonen, die im Haushalt einer pflegebedürftigen Person angestellt sind, können erbrachte Leistungen als erstattungsfähiges Angebot gelten machen. Hierfür bedarf es allerdings bestimmten Anerkennungsvoraussetzungen im Bereich des Beschäftigungsvehältnisses, der Qualifizierung sowie der fachlichen Begleitung.

Einzelpersonen, die im Bereich der Nachbarschaftshilfe ehrenamtlich tätig sind

Nachbarn, Freunde oder andere den Pflegebedürftigen nahestehende Personen, die einen entsprechenden Qualifikationskurs besucht haben und die pflegeberdürftige Person im Alltag unterstützen oder pflegende Angehörige entlasten möchten, können Leistungen anbieten, die erstattungsfähig sind.

Wichtig: Die Angebote von Angehörigen ersten und zweiten Grades oder von Personen, die im selben Haushalt leben, sind nicht erstattungsfähig. Erst ab dem dritten Verwandtschaftsgrad ist eine Erstattung möglich!

Gemeinnützige und gewerbliche Anbieterinnen und Anbieter

Betreuungsangebote, zum Beispiel der Tages- oder Kurzzeitpflege, sind ebenfalls erstattungsfähig.

Weitere Informationen

Anerkennungsvoraussetzungen für Anbieterinnen und Anbieter

Wie kann der Entlastungsbetrag erstattet werden?

Den Entlastungsbetrag können Versicherte in zwei Schritten beantragen:

Anerkannte Anbieterinnen und Anbieter suchen

Anerkannte Angebote zur Unterstützung im Haushalt oder im Alltag der pflegebedürftigen Person sowie der pflegenden Angehörigen sind in der Datenbank PfAD.uia – Angebotsfinder des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW zu finden.

Bereits aktive Haushaltshilfen oder Personen, die Pflegebedürftige im Alltag unterstützen oder pflegende Angehörige etwa durch hauswirtschaftliche Aufgaben entlasten, können sich unter bestimmten Voraussetzungen nach Landesrecht als Anbieterinnen und Anbieter anerkennen lassen, sodass ihre Unterstützung ebenfalls über den Entlastungsbetrag abgerechnet werden kann.

Außerdem informieren die Pflegekasse, kommunale Pflegeberatungen oder das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz über passende Angebote.

Rechnungen einreichen

Die Rechnungen der Unterstützungsangebote können Versicherte oder ihre Angehörigen bei der Pflegekasse einreichen. Die Kosten werden der pflegebedürftigen Person zurückerstattet. Es ist auch möglich, dass Pflegebedürftige für die Pflegekasse eine Abtretungserklärung unterzeichnen, sodass die Anbieterin oder der Anbieter auf direktem Wege mit der Pflegekasse abrechnen kann.

Wichtig: Es sollte von jedem Anbieter oder von jeder Anbieterin eine Rechnungsdurchschrift vorliegen.

Was passiert mit dem Anspruch, wenn Pflegebedürftige den Entlastungsbetrag nicht nutzen?

Restbeträge der Entlastungsleistungen können innerhalb eines Kalenderjahres aufgespart werden, um in einem Monat eine höhere Summe erstatten zu lassen. Restbeträge, die am Ende des Jahres übrig sind, können bis zum 30. Juni des folgenden Kalenderjahres in Anspruch genommen werden.

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