{"id":37681,"date":"2025-10-01T13:02:28","date_gmt":"2025-10-01T11:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/alter-pflege-demenz-nrw.de\/akteure\/?p=37681"},"modified":"2025-10-14T11:44:55","modified_gmt":"2025-10-14T09:44:55","slug":"kartonwand-lesung-und-podiumsdiskussion-mit-fatih-cevikkollu-und-gaesten-im-wilhelm-hansmann-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alter-pflege-demenz-nrw.de\/akteure\/2025\/10\/01\/kartonwand-lesung-und-podiumsdiskussion-mit-fatih-cevikkollu-und-gaesten-im-wilhelm-hansmann-haus\/","title":{"rendered":"Kartonwand: Lesung und Podiumsdiskussion mit Fatih \u00c7evikkollu und G\u00e4sten im Wilhelm-Hansmann-Haus"},"content":{"rendered":"
Am Donnerstag, den 25.09.2025, veranstaltete der Fachdienst f\u00fcr Senioren des Sozialamts der Stadt Dortmund in Kooperation mit dem Regionalb\u00fcro Alter, Pflege und Demenz Dortmund sowie dem VMDO e.V. und dem Wilhelm-Hansmann-Haus eine Lesung mit anschlie\u00dfender Podiumsdiskussion zu Fatih \u00c7evikkollus Buch „Kartonwand: das Trauma der Arbeitsmigrant\/innen am Beispiel meiner Familie“.
\nMit diesem Angebot machten die die Veranstalter*innen auf m\u00f6gliche Vulnerabilit\u00e4ten von Menschen mit internationaler Geschichte aufmerksam und stellten kultursensible psycho-soziale Interventionen vor.<\/p>\n
In seinem autobiografischen Buch erz\u00e4hlt Fatih \u00c7evikkollu die Geschichte seiner Eltern in den 60er Jahren in Deutschland und berichtet \u00fcber sein Aufwachsen und das Leben in K\u00f6ln Nippes. Eindr\u00fccklich beschreibt die Herausforderungen, mit denen seine Familie sich konfrontiert sah, und die psychische Erkrankung seiner Mutter, die die letzten Jahre ihres Lebens vereinsamt in der T\u00fcrkei verbrachte.<\/p>\n
\u00dcber 100 Menschen folgten der Einladung der Veranstalter*innen. Nach der Vorstellung des Buches im ersten Teil der Veranstaltung diskutierte die Moderatorin Dr. Vera Gerling (Fachdienst f\u00fcr Senioren) im zweiten Teil mit Fatih \u00c7evikkollu, Dr. Uwe Johansson (Chefarzt Gerontopsychiatrie LWL-Klinik Dortmund) und Dr. G\u00fcrsel \u00c7apanoglu (VMDO e.V.\/ Projekt KulSa) \u00fcber die Problemlagen der sogenannten „Gastarbeiter*innen“ im Alter.
\nFestzuhalten ist, dass Migration per se kein Verursacher von psychischen Erkrankungen ist, dadurch bedingte Gef\u00fchle der Entwurzelung, Statusverluste, Identit\u00e4tskonflikte, Isolation und Einsamkeit diese jedoch -bei gegebener Vulnerabilit\u00e4t- beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen.<\/p>\n
Auf die Frage, was getan werden kann, um dem entgegenzuwirken, waren sich die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion einig: niedrigschwellige und kultursensible\u00a0 Angebote auf- und ausbauen, die die Lebensrealit\u00e4ten von Menschen mit internationaler Geschichte ber\u00fccksichtigen, sowohl im Bereich der psychiatrischen und psychotherapeutischen Angebote als auch im Bereich der (offenen) Senior*innenarbeit.
\nAuch mehrsprachige Angebote und der Einsatz von Dolmetscher*innen seien ein wichtiger Baustein, um Senior*innen mit internationaler Biographie mehr Teilhabe zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n
Dr. G\u00fcrsel \u00c7apanoglu wies in dem Zusammenhang auf die mehrsprachigen Freizeitangebote und Gespr\u00e4chskreise des Projekts KulSa (kultursensible Seniorenarbeit) hin.
\nDr. Uwe Johansson verwies u.a. auf die Migrationsambulanz der LWL-Klinik Dortmund.
\nIn Dortmund k\u00f6nnen sich Beh\u00f6rden sowie gemeinn\u00fctzige Einrichtungen und Vereine auch an das kommunale Integrationszentrum (MIA-DO-KI) wenden, wenn es Verst\u00e4ndigungsschwierigkeiten gibt: dort werden ehrenamtliche Sprachmittler*innen vermittelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"