{"id":29615,"date":"2024-07-11T15:58:14","date_gmt":"2024-07-11T13:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/alter-pflege-demenz-nrw.de\/akteure\/?p=29615"},"modified":"2024-07-11T15:58:14","modified_gmt":"2024-07-11T13:58:14","slug":"fachtag-begegnung-mit-einsamkeit-in-der-region-niederrhein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alter-pflege-demenz-nrw.de\/akteure\/2024\/07\/11\/fachtag-begegnung-mit-einsamkeit-in-der-region-niederrhein\/","title":{"rendered":"Fachtag Begegnung mit Einsamkeit in der Region Niederrhein"},"content":{"rendered":"
Am 04. Juli begr\u00fc\u00dfte das Regionalb\u00fcro Alter, Pflege und Demenz Niederrhein 150 Beratende, Anbieter:innen von Angeboten zur Unterst\u00fctzung im Alltag, Ehrenamtliche und Interessierte zum Fachtag Begegnung mit Einsamkeit<\/em> im St. Barbara-Haus in Dinslaken. Ihnen wurden Zugangswege, praktisches Wissen und interessante Beispiele zum Thema Einsamkeit als Anregungen f\u00fcr Ihre T\u00e4tigkeit mitgegeben. Das Regionalb\u00fcro hat mit dem Fachtag dazu beigetragen, Einsamkeit in Ans\u00e4tzen sichtbar zu machen und zu enttabuisieren.<\/p>\n Benedikt van Meerbeck, Fachbereichsleiter Pflege und Beratung des Caritasverbandes f\u00fcr die Dekanate Dinslaken und Wesel, er\u00f6ffnete die Veranstaltung gemeinsam mit zwei Kolleginnen des Regionalb\u00fcros Niederrhein und hie\u00df die G\u00e4ste in dem geschichtstr\u00e4chtigen Geb\u00e4ude, dem neuen Seminar- und Tagungshotel St. Barbara-Haus<\/a>, willkommen.<\/p>\n Einen eindr\u00fccklichen Auftakt gab Prof. Dr. Susanne B\u00fccker, Professorin f\u00fcr Entwicklungspsychologie und P\u00e4dagogische Psychologie an der Universit\u00e4t Witten\/Herdecke, mit ihrem Impulsvortrag Einsamkeit erkennen, verstehen und ihr begegnen<\/em>. Die langj\u00e4hrige Einsamkeitsforscherin betont: \u201eEinsamkeit ist ein tiefgreifendes Ph\u00e4nomen, das Menschen aller Altersgruppen betrifft und weitreichende Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit haben kann\u201c. Sie vermittelte fundiert ein besseres Verst\u00e4ndnis der Vielf\u00e4ltigkeit dieses Gef\u00fchls, seiner Ursachen \u2013 speziell im Alter \u2013 und der Entwicklung von Einsamkeit \u00fcber den Lebensverlauf. \u00a0Es herrschte aufmerksame Stille, als sie Einsamkeit im Kontext von Pflegebed\u00fcrftigkeit und speziell die Verbindung zwischen Einsamkeit und Demenz beleuchtete. Zudem betrachtete Sie die Situation von pflegenden Angeh\u00f6rigen und professionell Pflegenden: Eine Gruppe, die besonders gef\u00e4hrdet ist, von Einsamkeit betroffen zu sein. Zum Abschluss des Vortrags wurden evidenzbasierte Empfehlungen vorgestellt, die jedem Einzelnen Wege aufzeigen, wie mit Einsamkeit bei sich selbst und bei anderen umgegangen werden kann. Diese Empfehlungen zielen darauf ab, nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr Umfeld zu st\u00e4rken und zu unterst\u00fctzen. Einen guten \u00dcberblick \u00fcber allgemeine Erkenntnisse, Risikofaktoren und Resilienzquellen bietet das Factsheet<\/a>\u00a0Einsamkeit in Deutschland des Kompetenznetz Einsamkeit<\/a>.<\/p>\n \u00a0<\/em>Eine gute Kommunikation kann ein zentraler Schl\u00fcssel sein, um Einsamkeitsgef\u00fchle zu verringern. \u00a0Daher lag ein Fokus des Fachtages auf diesem Thema. Mit dem eigenen Zitat \u201eZuh\u00f6ren ist f\u00fcr beide Seiten ein Gewinn\u201c wurde der Vortrag der Kommunikationsberaterin Christine von Fragstein anmoderiert. Die Initiatorin vom Projekt ZUH\u00d6REN. DRAUSSEN.<\/em> vermittelte in ihrem Vortrag die Grundlagen f\u00fcr gutes Zuh\u00f6ren und stellt ihr erfolgreiches Projekt ZUH\u00d6REN.DRAUSSEN<\/em> aus D\u00fcsseldorf vor. Es war sehr beeindruckend, wie ZUH\u00d6REN.DRAUSSEN<\/em> gegen Einsamkeit und gesellschaftliche Spaltung vorgeht. Erste Teilnehmende meldeten sich zu Wort, die den Ansatz auch in Dinslaken umsetzten m\u00f6chten und riefen zum Mitmachen auf.<\/p>\n Neben Zuh\u00f6ren ist auch das gezielte Stellen von Fragen ein wichtiges Instrument im Umgang mit Einsamkeit. Dies veranschaulichte Evelin Pedarnig, Dipl. P\u00e4dagogin und Dozentin an der\u00a0GFO Schule f\u00fcr\u00a0Gesundheitsberufe dem\u00a0Bildungszentrum Dinslaken. \u201eOffene Fragen geben die Chance, mehr zu erfahren.\u201c, erkl\u00e4rte die Referentin. Die Ger\u00e4uschkulisse glich einem Bienenstock, als eine interaktive Kommunikations\u00fcbung getreu des Mottos \u201eMut zur Frage!\u201c durchgef\u00fchrt wurde. Die Teilnehmenden waren dankbar f\u00fcr Frau Pedarnigs praktische Tipps, wie man immer wiederkehrende Gespr\u00e4chsschleifen unterbrechen und nutzen kann.<\/p>\n Der letzte Beitrag des Fachtages drehte sich um eine ganz besondere Lebensphase \u2013 den (Un-)Ruhestand. Die Gerontologinnen Sarah Berkenstr\u00e4ter und Isabell Bergmann vom Innovationsteam selbstgestALTER<\/a> aus Vechta hielten einen inspirierenden Vortrag. Sie zeigten beispielhaft auf, wie Einsamkeit pr\u00e4ventiv entgegengewirkt werden kann, indem man die Potenziale des Ruhestandes nutzt. Die Rednerinnen erl\u00e4uterten, wie bedeutsam der Ruhestand ist, welche Gefahren und Potenziale die Lebensphase mit sich bringt und wie die Zielgruppe erreicht werden kann. \u00a0Eine umfangreiche Vorstellung der verschiedensten Initiativen der selbstgestALTER motivierte die Teilnehmenden zur \u00dcbertragung der Ideen am Niederrhein. Ein Res\u00fcmee des Vortrages: \u201eEs ist nie zu sp\u00e4t f\u00fcr Neues!\u201c Um 16 Uhr neigte sich ein aufregender, informativer und inspirierender Tag dem Ende zu. Die Teilnehmenden haben viele Eindr\u00fccke gewonnen und sind mit neuem Wissen, Zugangswegen und Beispielen sowie Ideensammlungen im Gep\u00e4ck nach Hause gegangen.
\nWeitere Impulse gab es in einer Galerie mit Steckbriefen. Diese regten die Besucher:innen an, spannende Projekte aus der Region kennenzulernen und miteinander in den Austausch zu kommen.<\/p>\n
\nDie Mitarbeiterinnen vom Regionalb\u00fcro Alter, Pflege und Demenz Niederrhein, fassten in Ihrer abschlie\u00dfenden Moderation den Tag zusammen: \u201eWir haben heute mit dem Fachtag einen weiteren Schritt gemacht, um Tabus zum Thema Einsamkeit in unserer Gesellschaft abzubauen. Seien Sie Multiplikator:in zum Thema und lassen Sie uns gemeinsam an einem Strang ziehen, um Einsamkeit zu begegnen. Als Regionalb\u00fcro Niederrhein stehen wir Ihnen gerne unterst\u00fctzend, vernetzend und mit unserem\u00a0 Material<\/a> und Wissen zur Seite \u2013 aber Sie haben den direkten Kontakt zu den Menschen, sind an der Basis, bekommen Bed\u00fcrfnisse, Gef\u00fchle und Empfindungen unmittelbar mit. \u00a0Seien Sie Motivierende und Unterst\u00fctzende f\u00fcr ihr Gegen\u00fcber!\u201c<\/p>\n