{"id":12437,"date":"2022-04-14T08:58:46","date_gmt":"2022-04-14T06:58:46","guid":{"rendered":"https:\/\/alter-pflege-demenz-nrw.de\/akteure\/?p=12437"},"modified":"2022-04-14T08:58:46","modified_gmt":"2022-04-14T06:58:46","slug":"digitaler-fachtag-junge-pflege-am-04-04-2022-ein-rueck-und-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alter-pflege-demenz-nrw.de\/akteure\/2022\/04\/14\/digitaler-fachtag-junge-pflege-am-04-04-2022-ein-rueck-und-ausblick\/","title":{"rendered":"Digitaler Fachtag „junge Pflege“ am 04.04.2022 \u2013 Ein R\u00fcck- und Ausblick"},"content":{"rendered":"
Nachdem der als Pr\u00e4senzveranstaltung geplante Fachtag zum Thema „junge Pflege“ im Herbst 2021 wegen zunehmender Corona-Beschr\u00e4nkungen abgesagt werden musste, konnte er nun endlich, sicherheitshalber als digitales Format, stattfinden. Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch das Regionalb\u00fcro, bzw. dessen fachliche Leitung Herrn Arnd Bader, f\u00fchrte das hervorragende Moderatorinnen-Duo Frau Ziemer und Frau Mei\u00df durch die digitale Veranstaltung mit knapp 70 Teilnehmenden.<\/p>\n
<\/p>\n
Zum Einstieg in die namengebende Thematik des Tages gab Prof Dr. Liebetrau einen \u00dcberblick zu neurologischen Erkrankungen, die eine m\u00f6gliche Pflegebed\u00fcrftigkeit bei Menschen unter 50 Jahren begr\u00fcnden k\u00f6nnen.<\/strong> Es wurden nat\u00fcrlich nicht nur die Ursachen, sondern auch\u00a0 Therapiem\u00f6glichkeiten aufgezeigt.<\/p>\n Die Pflegewissenschaftlerin Frau Roling gab anschlie\u00dfend einen Einblick in die bisher zu wenig beachtete Gruppe der jungen pflegenden Menschen, die sogenannten \u201eyoung carer\u201c.<\/strong> Es wurde eindr\u00fccklich geschildert welche Auswirkungen eine Pflegesituation, bzw. sogar Pflegeverantwortung auf heranwachsende Menschen haben kann.<\/p>\n Nach den Fachvortr\u00e4gen gab es in drei bei der Anmeldung bereits ausgew\u00e4hlten Fachforen unter Moderation des Regionalb\u00fcros weiteren themenspezifischen Input. Vor allem bestand hier auch die M\u00f6glichkeit verst\u00e4rkt in den Austausch zu kommen und Fragen zu stellen, da die Teilnehmenden ganz unterschiedlichen Zugang zum Thema hatten.<\/p>\n Das erste Forum befasste sich mit den Auswirkungen von junger Pflegebed\u00fcrftigkeit auf das soziale Umfeld<\/strong> berichtete z.B. Frau B\u00f6mkes aus dem Beirat f\u00fcr Menschen mit Behinderung, die selbst eine pflegebed\u00fcrftige Tochter hat, \u00fcber die besonderen Belastungen f\u00fcr die Familie und auch f\u00fcr die Geschwister. In diesem Forum stand auch Frau Roling weiterhin mit ihrer Expertise zum Thema \u201eyoung carer\u201c zur Verf\u00fcgung. Die hohe Belastung f\u00fcr die Familie und das soziale Umfeld entsteht vor allem durch Tabuisierung des Themas, fehlende Transparenz in den Angeboten oder fehlende sowie schlecht zug\u00e4ngliche Angebote f\u00fcr die Zielgruppe. Ein guter Ansatz, gerade f\u00fcr diese Zielgruppe, ist jedoch in der Digitalisierung, bzw. der Umsetzung digitaler Angebote zu sehen. Aber auch die Schulen und das \u201eanaloge\u201c Umfeld der Betroffenen m\u00fcssen sich diesem Thema zunehmend widmen.<\/p>\n Im<\/strong> Forum zu Therapie- und Reha- M\u00f6glichkeiten<\/strong> stellte Frau Deev von Reha-Assist deren ganzheitliches Reha-Konzept vor, welches individuell auf die Betroffenen abgestimmt wird und als Ziel ein m\u00f6glichst selbstbestimmtes Leben, Krankheitsbew\u00e4ltigung, Integration und soziale Teilhabe hat. Diesen Ansatz verfolgt auch Herr Longr\u00e9e der den Blickwinkel aus seiner Wuppertaler Ergotherapie-Praxis auf die Zielgruppe Jungbetroffener richtete. Im<\/strong> dritten Forum drehte sich alles um Wohn- und Versorgungsformen f\u00fcr Jungbetroffene<\/strong>. Die Herausforderung zur Gr\u00fcndung von entsprechenden Angeboten besteht z.B. darin, dass die Gestaltung einer stabilen Finanzierung f\u00fcr diese Zielgruppe besonders komplex ist. Frau Leddermann vom Budget-Assitenz-Dienst Sebeko stellte in diesem Zusammenhang das pers\u00f6nliche Budget zur Finanzierung der h\u00e4uslichen Versorgungssituation vor. Auch Wohngemeinschaften k\u00f6nnten mit einem pers\u00f6nlichen Budget geplant werden. Zudem ist Kompromissbereitschaft bei allen Beteiligten gefordert. Herr Teixeira vom Projekt Pflegebauernhof regte an, dass unter Vernetzung von Budget-Assistenz und Initiatoren auch alternative Wohnformen wie z.B. ein Pflegebauernhof f\u00fcr j\u00fcngere Pflegebed\u00fcrftige m\u00f6glich seien. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen sich entsprechende Wohn- und Versorgungsangebote auf ein sehr gro\u00dfes Einzugsgebiet einstellen und nat\u00fcrlich entsprechend der Zielgruppe Therapie- und Reha-Angebote sowie den Bedarf nach Freizeit- und Teilhabem\u00f6glichkeiten besonders in ihr Konzept einbeziehen.<\/p>\n Als Fazit des Tages<\/strong> konnten wir festhalten, dass der Bedarf und die Nachfrage f\u00fcr j\u00fcngere Menschen mit Pflegebedarf oder Pflegeverantwortung gro\u00df ist. Die bestehenden wenigen Einrichtungen und Angebote haben daher teils lange Wartelisten. Die Gestaltung und Finanzierung entsprechender Versorgungsm\u00f6glichkeiten ist jedoch besonders komplex und herausfordernd. „Young carer“ – also die jungen Pflegenden werden immer mehr, kommen aber in der \u00d6ffentlichkeit bisher kaum vor. Unsere Veranstaltung hat noch einmal f\u00fcr das Thema und die Zielgruppen sensibilisiert und es sind auch schon erste wichtige Kontakte unter den Teilnehmenden gekn\u00fcpft worden. Wir werden in unserer Region an diesem Thema dranbleiben! Zudem gestalten wir im Herbst einen Fachtag zu alternativen Wohn- und Versorgungsformen. Dort werden wir den M\u00f6glichkeiten und Bedarfen f\u00fcr junge Pflegebed\u00fcrftige sicher noch einmal besondere Aufmerksamkeit widmen.<\/p>\n Hier finden Sie \u00fcbrigens weitere Informationen zum Thema „young carer“<\/a> auf den Seiten der Regionalb\u00fcros.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"
\nFrau Hallenberg von der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Bergisches Land berichtete \u00fcber eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Selbsthilfegruppe von jungen Betroffenen und dar\u00fcber, dass h\u00e4ufig sehr viele kleine Schritte notwendig sind und die Therapie zwar fordern aber auch nicht \u00fcberfordern d\u00fcrfe.<\/p>\n