Corona und das Grundrecht gefragt zu werden

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) veröffentlicht im Rahmen seiner Diskussionsreihe „radikal (neu) denken“ einen Text von Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt: Gefahren und Abwege der Sozialpolitik im Zeichen von Corona. Zur Affirmativen Rezeption von Corona in Kultur, Geist und Seele der „Altenpolitik“.

Pflegeheime sollten Ort des alltäglichen Lebens und normalen Wohnens sein. Tatsächlich bestimmen mehr denn je Schutz und Sicherheit statt sozialer Kontakte die Wirklichkeit der Bewohner*innen.

Die COVID-19-Pandemie bringt die Gesellschaft in einen fundamentalen Zielkonflikt. Einerseits gilt die Sorge explizit dem Schutz vulnerabler (verletzlicher) Gruppen. Insbesondere der Menschen hohen Alters. Andererseits werden Menschen in den Pflegeheimen verstärkt dem Tod infolge von sozialen Ausgrenzungen ausgesetzt. Der soziale Tod ist ein hoher Preis für die Vermeidung des biologischen Todes.

Die pauschale Kennzeichnung der „Alten“ als schutzbedürftig verletzt die Grundrechte auf Selbstbestimmung und Teilhabe massiv. Außerhalb der Pflegeheime ist das soziale Leben ebenfalls eingeschränkt, der Alltag in Pflegeheimen ist jedoch eine extreme Form der Ausgrenzung.

„Corona hat die Dichteform der Kasernierung nur noch in gesteigerter Form auf die Spitze getrieben“

Der Text ist eine kritische und komplexe Analyse zur Situation in Einrichtungen der Pflege in Zeiten der Corona-Krise. Er knüpft an die Forderungen des KDA an, Pflegepolitik gesellschaftspolitisch radikal neu zu denken.

Sie können den Text direkt in unserer Mediathek herunterladen.

Mehr dazu finden Sie auf der Website des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA).

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